Ich hab mich vornüber gebeugt und versucht, ihm zuzuhören. Vor allem, erzählte er mir, vor allem müsse er das mit seiner Mutter klären. Wenn das erst mal durch wär, dann sähe alles schon ganz anders aus. Dann hätte er Geld, und wir könnten die Sache so richtig gross aufziehen, mit professionellem Equipment und so. Mir taten die Augen weh, ich wollte meine Linsen rausnehmen, aber das brachte ihn immer durcheinander. Schön, wie Leute mit 110% Sehstärke einem immer wieder erzählen, dass sie sich nie im Leben, niemals, so ins Auge fassen könnten, eine Brille wäre doch voll super. Und sie stehen total auf Brillenträger. Gut, sie waren noch nie mit einem liiert, aber das ist Zufall. Besonders bei Frauen sieht das nämlich voll sexy aus, so Rechtsanwältinmässig. Er merkte, dass ich ihm nicht so richtig zuhörte. „Das wär doch klasse, oder, findste nich?“ Es fiel mir schwer, ihn ernstzunehmen. Jede Woche hatte er einen neuen Plan, wie er zu Reichtum und Ansehen kommen könnte. Zuletzt wollte er BMX-Räder aus den Staaten importieren, hatte aber in seinen schwindelerregenden Berechnungen („hey, und davon fahren wir dann richtig fett auf Urlaub!“) die Einfuhrzölle nicht mit kalkuliert. Die Woche davor hatte er sich von einem Kumpel einen Bauchladen geborgt, um in Clubs selbstgebackene Space Cakes zu verkaufen.